Ein verantwortungsvoller objektiv urteilender Privatgutachter muss auch Pa- tienten davor bewahren, unberechtigte Schadensansprüche durchsetzen zu wollen.
Hierzu folgende Fallschilderung.
Eine 45 jährige Frau wird auf dem Wege zur Arbeit als Fussgängerin von einem Auto angefahren und zu Boden gerissen.
Sie wird zu einem Unfallarzt in die Praxis gebracht.
Dieser stellt nach Untersuchung und Anfertigung von Röntgenbildern lediglich Prellungen fest.
Eine Krankenhausbehandlung ist auch in der Folgezeit nicht erforderlich.
In den folgenden Monaten klagt die Frau über wechselnde Kopfschmerzen und Gefühlsstörungen an den Händen.

Viele Ärzte werden konsultiert.
Schliesslich rät man der Frau 3 Jahre später zu einer Versteifungsoperation der unteren Halswirbelsäule.
Die Beschwerden bessern sich nur vorrübergehend.
Inzwischen erkrankt die Frau an einem Weichteilrheumatismus mit Beschwerden.
10 Jahre lang kämpft die Frau inzwischen vor Gerichten um Anerkennung ihrer Beschwerden als Unfallfolge und inzwischen auch um eine Rente wegen der rheumatischen Beschwerden.

Ich habe mir die umfangreichen ärztlichen Unterlagen und Gutachten angesehen und habe darauf der Frau dringend geraten, keine weiteren Gerichtsverfahren anzustreben, da keine Chance besteht, die Beschwerden als Unfallfolge anerkannt zu bekommen, da anlässlich des Unfalles keine stätionäre Behandlung nötig war, d.h. keine ernsthaften Verletzungen durch den Unfall vorhanden waren.
Auch eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit aufgrund der rheumatischen Erkrankung wird nicht gewährt werden, da die Frau selbst angibt, täglich 1 Stunde intensives Walking zu betreiben, schwimmen zu gehen und ihren Haushalt allein versorgen kann.
Meine Argumentation hat die Frau akzeptiert und alle weiteren Bemühungen gerichtlicher Art eingestellt.